Gesundheitsminister Spahn bereit für den Pflege-Change

Versiert gab sich Jens Spahn vergangenen Mittwoch in Hamburg-Eidelstedt zum Thema Pflege. Wenn auch die CDU einiges in Hamburg am Wahlsonntag an Stimmen verlor, so war Spahn inhaltlich bestens informiert und stand den zirka 100 Besuchern für knapp 60 Minuten Rede und Antwort. Im Gespräch mit der Projektleiterin für Anpassungsqualifizierung (APQ) für Gesundheitsberufe mit internationalen Berufsabschlüssen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) Doris Thömen-Suhr erfuhr Spahn erstmalig von dem „internationalen Menschen-in-Pflegeberufe-Projekt“.

Nachhaltige Anpassungsqualifizierung

Die UKE-Akademie für Bildung und Karriere (ABK) des Universitätsklinikums ermöglicht als Projektpartner aktuell mehr als 100 zugewanderten Menschen jährlich die Chance der Anpassungsqualifizierung. Allein 2019 sind mit Unterstützung der Kofinanzierung durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) 50 zusätzliche Fachkräfte der Gesundheits- und Krankenpflege (Zielgruppe des Förderprogramms IQ) hierzulande anerkannt worden. Ziel ist es, die Berufsabschlüsse und die berufliche Integration der Teilnehmer und Teilnehmerinnen voll für den deutschen Arbeitsmarkt anzuerkennen und diesen nachhaltig auszugleichen.

Ländersache Pflegeberufekammer

Eine deutschlandweite Anpassungsqualifizierung für Gesundheitsberufe von Menschen mit internationalen Berufsabschlüssen vereint mit einer bundesweiten Pflegeberufekammer? Das wäre laut Experten definitiv ein Change in der Pflegebranche und würde zur Aufwertung des Berufes führen. Zum Thema Pflegeberufekammer für ganz Deutschland erklärte Spahn auf Nachfrage: „Dies ist Ländersache, grundsätzlich halte ich jedoch eine bundesweite Pflegeberufekammer für sehr sinnvoll.“

Aufwertung von Pflegeberufen

Im Gesundheitssektor und in der Pflege hat Hamburg schon heute einen hohen Fachkräftebedarf, der künftig noch zunehmen wird. Vom Pflegekräftemangel sind inzwischen alle Bundesländer stark betroffen, weshalb Branchenkenner dringend seit Jahren zu „neuen Nachwuchskonzepten“ raten. Zum Ende der CDU-Veranstaltung empfahl Spahn dem Pflegepersonal eindringlich, am effektivsten für Nachwuchs und Aufwertung des Berufes zu sorgen, in dem „die ewige Jammerei über den Pflegeberuf“ zu minimieren sei. Nur so könne man Vorbild für den Nachwuchs sein und ein „Neudenken“ für Pflegeberufe in Gang setzen.

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Autorin und Foto: Gertrud Maria Vaske

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